Sportsmann ist neuer SPD-Ortsvereinsvorsitzender

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Wittenberg (wg). Die Arbeit auf mehr Schultern verteilen, die Jusos stärker einbinden und die Kontakte zu den Ortsteilen intensivieren, hat sich Olaf Kurzhals als neuer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wittenberg auf die Fahnen geschrieben. Mit dem 41-Jährigen vollzieht der Ortsverein einen Generationenwechsel: Vorgänger Engelbert Wistuba, der 15 Jahre lang den Vorsitz innehatte, verlegte nach dem Verlust seines Bundestagsmandats den Wohnsitz nach Berlin.

“Mehr als 30 Prozent der Wittenberger Einwohner kommen aus den eingemeindeten Ortsteilen“, berichtet Kurzhals, “deshalb gilt es, das Zusammenwachsen zu einer Stadt zu befördern.“ Das Bürgerforum “SPD vor Ort“, das bislang in Mochau, Abtsdorf und Piesteritz veranstaltet wurde, soll künftig in allen Stadtteilen angeboten werden, um an der Basis mit den Bürgern zu diskutieren.

2009 rebellierten die Jusos gegen die Listen für die Wahlen zum Stadtrat, weil sie sich nicht angemessen repräsentiert fühlten. Diese Kritik will Kurzhals aufnehmen und den Nachwuchs stärker einbinden, weil die SPD mit Blick auf ihre Altersstruktur einer Verjüngung bedürfe. “Zu den nächsten Wahlen für das Amt des Oberbürgermeisters und des Landrates müssen wir neue Gesichter präsentieren“, so Kurzhals. Da er kein Mandat im Stadtrat besitzt, will er zwischen dem Vorstand des Ortsvereins und der SPD-Ratsfraktion enge Verbindungen aufbauen.

Die sieben Grundschulstandorte im Stadtgebiet müssten erhalten werden. Alle Objekte, mit Ausnahme der Schule in Pratau, verfügten über einen guten Sanierungsstandard, die Pratauer Immobilie befinde sich indes im Besitz des Landkreises. Im Interesse der Kulturvereine plädiert Kurzhals für den Erhalt des KTC. “Was den Breitensport und gut ausgebaute Sportstätten betrifft, ist Wittenberg optimal aufgestellt“, lobt Kurzhals, der sich selbst bei den Wittenberger Botenläufern sportlich engagiert. Angebote im Kinder- und Jugendsport müssten auch in Zukunft erschwinglich sein. Angesichts des demografischen Wandels und einer immer älter werdenden Bevölkerung müssten Einrichtungen wie das Mehr-Generationen-Haus besonders gefördert werden: “Wir brauchen mehr vernetzte Angebote für Jung und Alt unter einem Dach.“

Derzeit wird auch in Wittenberg das politische Konzept von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) diskutiert. “Es ist gewollt, dass vor der Landtagswahl 2011 die Basis daran mitarbeitet, denn die SPD lebt von der Basis“, betont Kurzhals, “der Prozess ist offen, aber eines zeichnet sich deutlich ab: Wir wollen keinen Ministerpräsidenten der Linken.“ Olaf Kurzhals lernte beim VEB Maschinen- und Mühlenbau, ab 1988 absolvierte er ein ingenieurpädagogisches Studium in Chemnitz.

Von 1991 bis 2004 war er in der Kreisverwaltung als Sachbearbeiter für die Schulentwicklungsplanung beschäftigt. 2005 wechselte er als Arbeitsvermittler in die ARGE, im selben Jahr trat er in die SPD ein.

Quelle: Wochenspiel Wittenberg - Wolfgang Gorsboth

 

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